Areia Antiqua. Das alte Herat

Die Provinz Herat ist wirtschaftlich und kulturell eine der bedeutendsten Regionen in Afghanistan, durch sie führen Handelswege, die seit Jahrtausenden China und Zentralasien mit Indien und dem Mittelmeer verbinden. Ihr Name lässt sich historisch bis zu dem „Haraiva“ der achämenidischen Inschriften, vielleicht sogar bis zu den altindischen Texten des späten 2. Jahrtausends v. Chr. zurückverfolgen. Die Geschichte der Region war turbulent: erobert von Alexander dem Großen, umkämpft als Grenzregion zwischen Parthern und Griechen, Persien und Zentralasien, zerstört von den Mongolen, Timuriden und Safawiden. Dem Niedergang folgten Epochen der Blüte, in denen Herat Samarkand als künstlerisches und politisches Zentrum ablöste.

Dieses reiche Kulturerbe wird durch das rasante Wachstum der Bevölkerung und intensive Raubgrabungen bedroht. 2004 begann daher mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes ein Projekt zur Dokumentation der Fundorte und Denkmale in der archäologisch nahezu unerforschten Region. Es folgten 2005 ein Stadtforschungs- und 2008 ein Museumsprojekt. 2012 endete die Arbeit vor Ort mit der Eröffnung des Museums und der Einrichtung des Magazins. Zurzeit werden die Publikation der Ergebnisse der Feldforschungen und ein Museumskatalog vorbereitet. Fortgesetzt wird auch das von der Gerda Henkel Stiftung geförderte Ausbildungsprogramm afghanischer Restauratoren in Berlin.

Eintrag bearbeitet: 21-03-2022