Demotisch war vom 7. Jahrhundert v. Chr. bis zum 5. Jahrhundert n. Chr. die alltägliche Kursivschrift Ägyptens und diente vor allem als Schriftform für private Briefe, Verträge und Verwaltungsdokumente. Es ist zudem eine der am schwierigsten computergestützt zu verarbeitenden antiken Schriften: Zeichen verschmelzen zu Ligaturen und gliedern sich in zahlreiche Formvarianten, sodass ein und dasselbe Wort je nach Schreiber sehr unterschiedlich aussehen kann. Das Demotic Palaeographical Database Project (DPDP) hat die wesentliche Grundlage geschaffen und 272 Manuskripte Zeichen für Zeichen vollständig annotiert, doch es gibt noch kein Werkzeug, um diesen Korpus in großem Maßstab zu analysieren oder wiederkehrende Formeln aus mehreren Zeichen zu finden, wenn deren Schreibweise variiert.
GlyPat, entwickelt am Institut für Computergestützte Altertumswissenschaften (CompAS) der Freien Universität Berlin, macht sich daran, diese Lücke zu schließen: ein Open-Source-Tool zum Auffinden und Vergleichen von Formeln im Demotischen, ungeachtet der Tatsache, dass sich deren Schreibweise je nach Zeit, Ort und Schreiber verändert.
