Das Dissertationsprojekt widmet sich der Tholos als einem zentralen, jedoch bislang nur ausschnitthaft untersuchten Bautypus antiker Architektur. Unter dem Begriff werden in der Forschung runde, überdachte Bauwerke verstanden, freistehend oder architektonisch eingebunden, deren Erscheinungsformen bemerkenswert variieren. In der Antike treten sie in unterschiedlichsten Kontexten auf: von einfachen Lehmziegelkonstruktionen über monumentale peripterale Bauten wie in Delphi und Rom, Monopteroi oder Grabbauten, bis hin zu runden Baderäumen. Diese Vielfalt zeigt, dass die Tholos kein homogener Bautyp ist, sondern eine Sammelbezeichnung für runde Architekturen mit unterschiedlichen Funktionen, Bedeutungen und technischen Lösungen. Ziel der Dissertation ist eine Neubewertung der Tholos als architektonisches und kulturelles Phänomen. Durch die vergleichende Analyse griechischer und römischer Rundräume und -bauten sollen technische, funktionale und semantische Aspekte zusammengeführt und ihre Bedeutung und Funktion im gesellschaftlichen und sakralen Raum der Antike neu interpretiert werden. Dabei werden erstmals alle wesentlichen Ausprägungen runder Architektur gemeinsam untersucht, um die Tholos in ihrer gesamten Vielfalt analytisch fassbar zu machen.
Die Tholos in der griechischen und römischen Welt: Typologie, Funktion und Bedeutung
Eintrag bearbeitet: 26-10-2026
